Tagesaufgabe – Wasserfall fotografieren

Wasserfälle, davon soll es hier in Thailand ja jede Menge geben, na klar, wenn es so sein soll dann will ich auch mal einen davon sehen. Also ab zur Chefin im Guesthouse und nachgefragt, welcher von hier aus gut zu besuchen sei.

Foto 13.08.14 07 38 24(Das Wasser ist stark Kalkhaltig also nicht wundern über die Farbe!)

Eine Stunde Fahrt zum Erawan Wasserfall hörte sich gut an. Übersetzt bedeutet das soviel wie die weißen wasserspeienden Elefanten – mußte also gut sein, da ich im moment ja total auf Elephants stehe. Und dann ging es auch schon los in den Erawan Nationalpark per Bus. Das heißt Kameras, Objektive usw. einpacken und auf zum nahe gelegenen Busbahnhof. Der Bus fährt ca. alle 1,5, Stunde.Foto 13.08.14 10 23 31

So jetzt mal ein paar Tipps für Leute, die das auch machen wollen.

Foto 13.08.14 07 52 47Tipp Numero Uno – nehmt Wasser und was zu Essen mit, denn wie sich rausstellte war es nicht so wie ich dachte, wir nehmen uns einen Bus und der fährt uns bis an den Wasserfall ran – nein, da musste man ordentlich laufen, denn der Wasserfall besteht aus 7 größeren einzelnen Fällen mit mehr oder weniger großen Becken. Laufzeit bis zu dem höchsten Wasserfall auf 2200 Meter Höhe ca 2,5 Stunden :-( Ja genau … früh los und aufpassen, es gibt einen letzten Bus!

Tipp Numero Due – nehmt Badezeug mit oder Sachen zum Umziehen – die Thais hätten gerne, dass man mit Klamotten in die Becken steigt und da das Wasser kalkhaltig ist, sieht man dementsprechend hinterher aus. Im Wasser selbst sind kaum Menschen, da die meisten zuwenig Zeit dafür bekommen oder aus dem asiatischen Raum kommen wo erstaunlicher Weise viele nicht schwimmen können. Toiletten gibt es, aber es gibt vieeele Menschen die hierher kommen!

Foto 13.08.14 08 42 41So, jetzt schon mal ein kleines Memo an mich – nächstes mal nicht mehr als die Gopro mitnehmen! Hab ich mir schon letztes mal geschworen, aber die nächste Thailandtour wird gewiss ohne Rucksack statt finden.

Foto 13.08.14 06 30 29Wobei ich auch sagen muss, dass ich natürlich dank Stativ und der sauschweren Kameraausrüstung tolle Bilder machen konnte ;-) – sagte ich schon, dass ich es tatsächlich nur bis zu der 5. Stufe geschafft habe und dann völlig fertig war?!

Tipp Numero Tre – als Europäer unbedingt vorn irgendwo im Bus Platz nehmen – die Reisezeit ist zu lang für die Sitzreihen mittendrin, die natürlich für asiatische Größen konzipiert sind. Ganz hinten hätte man zwar auch Platz aber eigentlich soll die Sitzreihe frei bleiben für Mönche.

Foto 13.08.14 07 10 04Tipp Numero Quattro – wenn Du kitzlig an den Füßen bist, bleib raus aus dem Wasser, denn kaum bist Du drin, kommen die Fischlein und knabbern daran – ist es bei den kleinen ja noch ganz niedlich, so kann es sich aber bei den 30-40cm Fischen schon ganz anders anfühlen.

Foto 13.08.14 06 53 53Und als letztes, seht es Euch in der Regenzeit an, alles ist grün und es fällt genug Wasser die Fälle herunter.

Foto 13.08.14 06 23 12Letzter Tipp, solltet ihr es Euch wirklich antun und eine Spiegelreflexkamera mitnehmen, vergesst den ND Filter nicht. Ich habe die langen Belichtungszeiten, wodurch das Wasser zu einem weißen Strahl wird, durch einen Polarisationsfilter hinbekommen.

Er frisst mächtig Licht, sodass man lange Belichtungszeiten benötigt und läßt Licht nur aus einer Richtung in die Kamera, womit man dann gleich auf der Wasseroberfläche die lästigen Spiegelungen ausschaltet – führt allerdings auch dazu, dass Du ein Stativ benötigst oder zumindest einen Baumstamm, auf dem Du die Kamera ablegen kannst.

Foto 13.08.14 07 18 40Ansonsten – war ein toller Tag – würd ich gern mal mit einem Modell hin, wäre allerdings ein wenig weit extra 12 Stunden fliegen! :-)

lg nach Haus
Eure Karina

Wie fühlt sich ein Elefant an?

Was ich wußte war, dass ich unbedingt im Leben nochmal heraus finden wollte wie sich ein Elefant anfühlt und wie er aus der Nähe auf mich reagieren würde und was das mit mir macht.

Ich bin mit den Kindersendungen „Dschungelbuch“ und den Erzählungen meines Opas über den kleinen Elefanten der aus der Wuppertaler Schwebebahn gefallen war groß geworden, so etwas prägt offensichtlich für´s Leben.

Schon in Kindertagen stand ich im Zoo immer vor diesen Riesen und hab mir diese Fragen gestellt. Also bat ich meine Reiseleiterin Silke ;-), ein Elefantencamp zu finden, dass Elefanten gut behandelt. Ich hätte es nicht ertragen können ein Camp zu besuchen, in dem man schlecht mit diesen Tieren umging und das alles nur, weil ich noch einen Punkt auf der Liste hatte, die da hieß „die Dinge die ich in diesem Leben unbedingt mal gemacht haben will“.

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Und dann war er da, der Tag, der mich so unglaublich berühren sollte, dass ich alles vergaß, was ich mir vorher angelesen hatte zum Thema wilde Tiere in Thailand. Aber dazu später mehr …

ewheader_18_5_12Wir beschlossen das 2008 gegründete Elephantsworld in Kanchanaburi zu besuchen. Sie haben sich auf die Fahne geschrieben, nur Elephanten aufzunehmen, die von der Straße kommen und krank, misshandelt oder behindert sind – sprich, sonst keine Chance hätten. Ich dachte, eine sehr gute Sache – für mich eine Win/Win Situation, durch unseren Besuch bekommen sie Geld und ich das was ich immer schon mal wissen wollte. Dieser Urlaub lehrt mich immer wieder viel mehr, wie z.B. nicht alle Lehrer sind anstrengende Menschen.

Pünktlich um 8:00 fuhr der Sammeljeep, bereits besetzt mit einer Mutter und ihrer Tochter, vor unserem Guesthouse vor. Wie sich viel später noch heraus stellen sollte waren die beiden aus Marburg und die Tochter studierte irgendetwas das mit Reisen zu tun hatte. Nun hatte sie gerade für ein halbes Jahr hier gearbeitet und zeigte nun der interessierten Mutter Thailand. Nette Leute, in deren Begleitung wir entspannt durch den Tag chillten.

Wir hatten am Vorabend noch versucht gelbe Bananen auf dem hiesigen Night Market für die Elefanten zu ergattern doch leider vergeblich. So war es toll, dass die Tochter unserer Fahrgemeinschaft, nennen wir sie mal Anne, mit dem Fahrer vereinbart hatte, dass er noch irgendwo an einem Bananenstand hält. Flugs wurden noch ein paar Büschel Bananen eingeladen, was dann später für einen Elefanten ein einziger Schmatzer war.

Ein Elefant muss täglich so um die 250 kg zu sich nehmen. Wieder was hinzu gelernt, eigentlich logisch, aber eben nicht bewusst. Viel Zeug, das erst mal da sein muss, dass erst mal bezahlt sein will und dass dem Elefanten auch zubereitet und gegeben werden muss, da er sonst leider maßlos wäre, sprich das Personal für so etwas muss auch da sein und zumeist bezahlt oder zumindest gefüttert werden.

Im Camp angekommen, gab es erst eine kleine Vorstellungsrunde der Volontäre, die dort einen Monat freiwillig arbeiten, zumeist also ihren gesamten Urlaub spenden. Wir hatten zwei nette deutschsprachige zugewiesen bekommen, Hanna & Stefan – tolle Sache in der Heimatsprache die Informationen abrufen zu können. Hanna ist sehr aufgeweckt und sprüht vor freundlicher Energie; macht gerade ein freiwilliges Jahr.

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Auf gehts, der LKW muss voll werden

Stefan kommt aus Österreich irgendwo bei Linz und arbeitet eigentlich mit schwer erziehbaren Jugendlichen und ist eher so der nachdenkliche, ruhige Typ der später auf dem LKW mit dem wir das 3 Meter und ca. 15cm dicke Bananengrass ins Camp transportieren oft nachdenklich in die Ferne blickend neben mir stehen wird.

Und dann steht sie plötzlich vor mir – Lam Duan, was so viel bedeutet wie „Baum mit gelben Blüten“. Ein großes, kräftiges aber leider blindes Weibchen. Hinter Lam Duan steckte eine tiefere Geschichte als mir noch zu diesem Augenblick bewusst war, als ich ihr die ersten zwei Bananen öffnete, um sie vorsichtig auf die Zunge zu legen.

Ein Mahout, also ein Elefantenführer sitzt während dessen in der Ecke und beobachtet mich ohne ein Wort mit mir zu wechseln. Nach dem ich Bananendoppel für Bananendoppel geöffnet und in dem warmen, nassen rosafarbenen Maul versenkt habe, stellt sich zwischen Lam Guan und mir etwas ein, was ich mal vorsichtig mit Austausch bezeichnen möchte. Ich schnalze mit der Zunge und Lam dreht ihren Kopf zu mir, öffnet ihr Maul um mit zusammengerollter Zunge ihre Nahrung, die sie ja nicht sehen kann, entgegennehmen.

Plötzlich setzt sich eine kleine, sehr zierliche, mit einem rosa Elephantsworld-Shirt bekleidete Japanerin hinter mich und beginnt die Bananen zu öffnen und mir bereit zu legen. Wie sich später heraus stellen sollte, haben wir uns ausgerechnet Lam Duan ausgesucht, eine blinde Elefantenkuh, deren Mahout die einzige weibliche Mahout war.

Natsuyo Jaeke, eine amerikanische Japanerin, die gekommen war zu bleiben beschloss eines Tages ihre Liebe in der Pflege eines Elefanten zu suchen weil die Liebe zwischen Tier und Mensch ehrlicher sei als die zwischen Menschen. Sie hing ihr Leben und ihre Karriere als Bankerin in Amerika an den Haken und kam hierher. Natsuyo Jaeke bewohnte eine kleine Wohnung außerhalb des Camps und kam von da an jeden morgen um den Elefanten Sticky Rice zu bereiten und Mahout zu werden.

 

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Elefanten und ihre Mahouts


Verrückt? Vielleicht, aber nachdem ich immer und immer wieder meine Hand tief in das Maul dieses Tieres gelegt habe und alles um mich herum vergessen habe, kann ich es ihr gut nachempfinden, verstehe was viele der Volontäre antreibt – Menschen antreibt Marathons zu laufen um das Gewinnergeld dieser Institution zu spenden oder kostenlos Postkarten zu erstellen womit sie nun Geld machen können um den Elefanten ein würdevolles Restleben zu ermöglichen.

 

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Und dann, dann finde ich mich in voller Montur im Fluss stehend wieder, wie ich gerade dem Elefanten mit einer Kokosnussschale den Rücken schrubbel. Die Gopro ruht in der Seitentasche. Für einen Moment ärgere ich mich weil das sicher tolle Bilder wären! Ich lächle und schrubbel kräftig weiter, wissend, dass ich die Bilder dann eben beim nächsten Besuch machen werde.

 

Aber ist meine Frage nun beantwortet, wie ein Elefant sich anfühlt, wie es ist, wenn sie auf Dich reagieren? Besucht sie, fahrt hin und beantwortet Euch die Frage selbst wie das ist. Ihr werdet etwas erleben, was Euch vielleicht zu Tränen rührt. Ihr werdet alles vergessen, was ihr über die wilden Tiere gelesen habt und es wird da etwas passieren mit Euch dass Euch plötzlich auf Bananenplantagen nach großen Ästen greifen läßt ohne Furcht vor Spinnen oder Schlangen.

 

Processed with VSCOcam with c1 presetDie Reiseführerin ohne Angst packt ordentlich mit an

 

Notiz für diesen Tag – manchmal lohnt es sich mehr, nicht zur Kamera zu greifen!

Kanchanaburi – zur Ruhe kommen am Kwai

Weiter ging es mit der Bahn dritte Klasse. Endlich hatten wir es geschaft Tickets für die dritte Klasse zu ordern. Im letzten Jahr hatte man diesen Wunsch hier immer überhört, man wollte es uns wohl nicht zumuten. Um das vorweg zu nehmen, ja die Waggons sehen so aus wie bei uns Waggons aussehen wenn man bei uns ein Lost Place Bahngelände besucht – traurig aber wahr und nein, leider wurden an diesem Tag keine lebenden Tiere in unserem Abteil transportiert, was sicher an der späten Tageszeit von 6:30 Uhr lag, dafür hätten wir sicher mitten in der Nacht unterwegs sein müssen weil dann die unterwegs sind die einen der reichlichen Märkte in der Umgebung erreichen wollen – ja, Thais müssen früh aufstehen und lange Reisezeiten oder Staus einkalkulieren.

 

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Dennoch war es eine spannende Sache. Wir waren kaum angekommen, hatten unsere vier Rucksäcke abgestellt da bekam Silke auch schon ein Kleinkind vorgehalten dass sie doch bitte Küssen sollte. Erst war ich geschockt, weil es in allen Reiseführern heißt man solle um Gottes Willen kein Kind berühren und schon gar nicht am Kopf, doch dann dämmerte es mir, Silke hatte ein knallgelbes Shirt an – die Farbe des Königs. Kind geküßt – Thaimama glücklich – hoffentlich stirbt das Kind nicht an europäischen Keimen.

 

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Eine ebenso ungewöhnliche Begebenheit war auch der Mann, der plötzlich eine Gitarre auf dem Bahnsteig zückt und anfängt zu spielen oder die jungen Japanerinnen die sich eine nach der anderen auf den Gleisen ablichten während bereits der Zug Einfahrt hat.

 

Die Sitze waren rechts und links in Reihe an der Waggon-innenwand angebracht, was für uns Europäer schon sehr gewöhnungsbedürftig ist. Eigentlich unentwegt steigen fliegende Händler zu, die ihr Obst oder zubereitete Speisen feil bieten. Verhungern werde ich hier definitiv nicht. Thais sitzen zumeist im Schneidersitz auf den Bänken in Positionen, bei denen mir beim Zusehen die Kniescheiben weh tun oder sie liegen und schlafen. Toilettenbeauftragte tragen hier ebenfalls Uniformen mit sehr viel Stolz – ist es wirklich so einfach? Kann man Menschen einen Scheißjob geben und sie machen ihn mit Überzeugung wenn man ihnen ein wenig Ansehen verpasst? Obwohl, wenn ich so überlege, läuft es bei uns ja auch nicht viel anders.

 

Speedboote! Ich muss das mal eben einwerfen weil wieder einmal diese lauten Dinger an mir vorbeischießen. Was zum Henker finden Asiaten an diesen Teilen bloß so toll? Ich verstehe es nicht – ich versuche mich in alles reinzufinden aber dazu finde ich einfach keinen Zugang – nur mal so nebenbei bemerkt.

 

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Die Fenster und sämtliche Türen stehen im Zug weit offen und andauernd werden Äste abrasiert und Blätter und Getier herein geschleudert. Ich hätte meine Allergietabletten mitnehmen sollen. Mein Sitznachbar, ein Logistikstudent, der auf dem Heimweg war, legte seinen Kopf an meine Schulter, er erschrak kurz als er merkte was er getan hatte und setzte sich wieder ordentlich hin – Silke grinste mich von der gegenüberliegenden Sitzreihe schelmisch an.

 

In Kanchanaburi angekommen wartete schon ein kleiner Mann mit großem Schild, auf dem Mrs Stefan zu lesen war, auf uns. Wunderbar, die Reiseleitung ;-) hatte gut vorgearbeitet.

 

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Flugs stand ich wieder auf der Ruheplattform unseres Guesthouses und blickte auf den Kwai. Zu meiner Zufriedenheit hatte sich nichts verändert, was hier sehr ungewöhnlich ist. Schnell wird aus einem kleinen Guesthouse eine Hotelanlage weil Thais denken, dass wir Europäer Luxus wollen – das wir die Ursprünglichkeit lieben könnten, will ihnen kaum gelingen anzunehmen. Hier hatte jemand keine Mühe gemacht Geld das er gewonnen hat wieder zu investieren, gut so, darüber waren wir sehr froh wenn auch das neue Zimmer noch kleiner war als das im letzten Jahr.

 

Es war zwar heller aber wesentlich kleiner. Platz ist in Asien teuer, hier spürte ich es nun einmal mehr am eigenen Leib – was für ein Gegensatz zu dem Hotel gestern. In dem 4,5×4,5 Meter Raum war noch nicht mal Platz die Taschen zu lagern – sie mußten diesmal tatsächlich auf dem Boden im Eingangsbereich bleiben, was in südlichen Gefilden keine gute Idee ist. Eine Steckdose um die Akkus zu laden suche ich fast vergeblich. Neben der Eingangstür finde ich eine die allerdings sicher auch schon da war, als der Krieg hier am Kwai Geschichte schrieb. Sie nimmt keinen der mir bekannten Stecker auf. Mein Nacken spannt sich an, ich benötige eine Migränetablette.

 

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Den ersten Tag verbringe ich damit auf den Fluss zu schauen, Reiseberichte zu schreiben, vergeblich Photoshop ans Laufen zu bekommen und zu lesen. Auch als ein für die Regenzeit typischer Regensturm losbricht bringt mich das nicht aus der Ruhe. Der Regen prasselt auf mich ein und ich genieße und lächle – ich komme an. Nebenbei lese ich Steffen Böttchers Buch „Abenteuer Fotografie“ komplett durch. Eigentlich hatte ich beschlossen dieses Buch anschließend hier zu lassen,…

 

…aber eigentlich sollte ich es meinem Bruder mit zurück bringen, der gerade mit der Fotografie anfängt. Ich wünschte ich hätte dieses Buch bereits zu Anfang meiner Laufbahn mit 16 Jahren besessen – zwar denke ich, dass ich mit vielen Dingen damals nichts hätte anfangen können, weil mir noch der nötige Überblick fehlte, doch glaube ich, dass ich es immer mal wieder zu Rate gezogen hätte und irgendwann sicher auch verstanden, dass es mir die photographische Reise abkürzen kann. Wenn auch ich nicht mit allem konform gehe, wie z.B. das ich denke, dass nicht jedes Bild eine Aussage benötigt – dennoch das soll dem toll geschriebenen Buch keinerlei Abbruch tun. Wäre es nicht ein toller Schmöker hätte ich es wohl kaum an einem Tag verschlungen!

 

Notiz an mich – Nochmal darüber nachdenken ob die 1000,– Euro für einen Masterclass-Workshop bei Steffen Böttcher nicht doch gut angelegt wären!

Foto – Kurztrip Bangkok

Ich betrete den Lobbyeingangsbereich des Hotels und schlagartig weiß ich, wie sich Menschen gefühlt haben müssen, die zum ersten mal einen römischen Palast betreten haben. Über mich selbst ärgernd weil mich so etwas heute noch beeindrucken kann, steige ich in den Fahrstuhl, stecke die Zimmerkarte in den Schlitz und tippe auf die 23.

Ich habe schon viel im Leben gesehen und hatte auch damit gerechnet dass es mich der Anblick umwerfen könnte und doch …Ich war soo tief beeindruckt als ich die Tür zum Apartment aufschloss. Es öffnete sich ein 60qm großer, opulenter, moderner Raum mit dunkel, glänzendem Holzfussboden. Die zwölf Lichtschalter würden mich noch bis zur letzten Minute meiner Anwesenheit bis an den Rand der schieren Verzweiflung bringen. Rechts eröffnete sich ein großer Küchenbereich in selber Farbe wie der Boden und links konnte man durch eine Schiebetür zu einem üppig gestalteten Bad mit Wanne und Regenwalddusche treten.

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Das amerikanische Bett mit seiner 80cm dicken Matratze, den sechs Kissen vor 30% marineblauer Seidentapete und der Glasfassade die den Raum gen Bangkoks Skyline mitsamt Riverblick öffnete sorgten dafür dass ich mich erst einmal setzen musste. Die Nacht war innerhalb weniger Augenblicke herein gebrochen, doch das kannte ich bereits von meinem letzten Aufenthalt in Thailand. Ich war hier um Bilder von Bangkoks Skyline zu machen und doch ist es was völlig anderes wenn man plötzlich vor dieser so vollkommen scheinenden, sich bewegenden leuchtenden Skyline steht, soory aber dafür findet man einfach nicht die passenden Worte – ich gebe mir Mühe es ein Stück weit zu transportieren.

Wir waren müde von dem zwölf Stunden andauernden Flug und so gingen wir nur noch kurz auf einen kleinen Umtrunk in die Skybar. Wir bestellten zwei Cocktails, deren Namen mir bereits wieder entfallen sind, da ich nicht so häufig Cocktails zu mir nehme. Ich bekam etwas, das wohl den Namen „Maitai“ tragen sollte, doch Silkes Cocktail befand sich in einem Cognacschwenker? Naja egal „Same same but different!“

Der nächste Morgen begann spät, ich war mir meiner Sache sicher, hatte ich doch schon so viele Nachtaufnahmen gemacht und war längst über den Lernprozess in diesem Bereich hinausgewachsen – leider eine völlige Fehleinschätzung wie sich noch zeigen sollte.

Abends waren wir weit vor Sonnenuntergang bereit, die Kamera auf dem Stativ, Spiegelvorauslösung eingeschaltet, Kameragurt abmontiert, Drahtauslöser angebracht – was sollte noch schief gehen? Selbst die Sonne ging innerhalb kürzester Zeit genau gegenüber unseres Balkons unter und es bildete sich statt dem Tagesgrau eine leicht, zerrissene Wolkendecke – perfekt oder? Ich machte meine Aufnahmen und war glücklich, alles sah gut aus … ich packte für die Abreise am nächsten Morgen.

IMG_2418.JPG (out of the box, da ich mir meinen Adobe Account hier leider erfolgreich zerstört habe!)

Am nächsten Tag war ich kurz vor Sonnenaufgang hoch, wusch mich und steckte nach dem Frühstück die Nase zwischen die beiden Vorhänge vor die große Fensterfront – schlagartig war ich sprachlos – statt einer dunklen Skyline bekam ich geradezu eine völlig weiße, geradezu wie durch die Waschmaschine gezogene Stadtansicht zu Gesicht. Die blauen Wellblechdächer schimmerten angestrahlt von der aufgehenden Sonne und dennoch waren einzelne Lichter der Stadt noch gut zu erkennen – ich war zu ungeduldig gewesen … hätte das Stativ mit der Kamera über Nacht stehen lassen sollen. Naja, „Same, same but different“, sagt da wohl der Thai.

So und jetzt klau ich mal was aus dem Buch das ich gerade lese …
Notiz an mich – noch mehr Geduld aufbringen als ich es bisher schon getan habe! ;-)

Fotos und Gedanken von Karina Guenther